Auf Ein­ladung des Köl­ner Ernährungsrates trafen sich Mitte Jan­u­ar fast 50 Men­schen aus unter­schiedlich­sten Teilen Deutsch­lands und Öster­re­ichs. Zwar lei­der nicht per­sön­lich, doch hat die Pan­demie uns gelehrt einen the­ma­tis­chen Aus­tausch quer durch die Repub­lik zu organ­isieren, ohne dass diese dafür durch­fahren wer­den muss. Nach­dem die Ernährungsräte aus Essen und Freiburg  2021 den Anfang gemacht und ein­ge­laden hat­ten, wollte der Ernährungsrat Köln die wichtige Ver­net­zungsar­beit fortsetzen.

Das Net­zw­erk der (deutschsprachi­gen) Ernährungsräte formt sich seit 2017. Ziel ist, ein starkes Bünd­nis zu schaf­fen, welch­es sich geschlossen für mehr Ernährungs­demokratie und Stärkung von regionalen und nach­halti­gen Ernährungssys­te­men ein­set­zt, sich gemein­sam poli­tisch posi­tion­iert und eine gemein­same Lern­plat­tform bietet. Derzeit wird das Net­zw­erk kom­mis­sarisch vom Ernährungsrat Köln geleit­et. Das Ver­net­zungstr­e­f­fen im Jan­u­ar hat­te vier the­ma­tis­che Break­out-Räume, zu denen sich die Teil­nehmenden je nach Inter­esse zuord­nen kon­nten, um in kleineren Grup­pen und mit aus­re­ichend Zeit in den Aus­tausch und die Diskus­sion zu kommen.

The­ma des ersten Raumes war das StErn Kita Pro­jekt vom Ernährungsrat Köln (gefördert von DBU und SUE) und die im Rah­men dessen aufge­baute regionale Ver­sorgungsstruk­tur für Köl­ner Kitas.
Die Regiona­len­twick­lerin im Pro­jekt, Bernadette Jochens, stellte Pro­jek­tziele und ‑maß­nah­men vor, welche neben der Schu­lung der Fachkräfte zu nach­haltiger Ernährung auch die Ver­sorgung der Kitas mit region­al pro­duzierten Lebens­mit­teln bein­hal­ten. In der anschließen­den Gespräch­srunde wur­den ver­schiedene Fra­gen disku­tiert, die sich u.a. um die Schaf­fung von Akzep­tanz bei Hauswirtschaft­skräften, die Aus­gestal­tung der Trans­port­l­o­gis­tik, Kitas mit Cater­ing und Auss­chrei­bungspflicht­en drehten.

In Raum 2 stellte Therese Kirsch von der FH Mün­ster das Pro­jekt GeNAH (Gerechte und nach­haltige Außer-Haus-Ange­bote gestal­ten) vor, welch­es auch von der DBU gefördert und vom Insti­tut für Nach­haltige Ernährung in Koop­er­a­tion mit dem Land­schaftsver­band West­falen-Lippe, dem Bis­tum Mün­ster und Evan­ge­lis­chen Tagung­shäusern durchge­führt wird. Ziel des Pro­jek­tes ist es, nach­haltige Gemein­schaftsverpfle­gung zu etablieren, indem das The­ma vorallem über Träger­struk­turen und Bil­dungsange­bote aus­gerollt wird. Die Teil­nehmenden in Gruppe waren von dem hoch pro­fes­sionell durchge­führten Pro­jekt sehr beein­druckt. Ein nüt­zlich­es Tool, welch­es im Vorgänger­pro­jekt entwick­elt wurde – der NAHGAST Nach­haltigkeit­srech­n­er – kann auch jet­zt noch von allen inter­essierten Men­schen genutzt wer­den (https://www.nahgast.de/rechner/#intro-rechner).

Der dritte Raum wurde genutzt, um die Ver­net­zung der Ernährungsräte über kom­mu­nale Gren­zen hin­aus zu the­ma­tisieren. Flo­ri­an Sander, Geschäfts­führer vom Ernährungsrat Köln, reka­pit­ulierte zu Beginn die bish­eri­gen Sta­tio­nen und Vorar­beit­en des Net­zw­erkauf­baus. Mit­tler­weile gibt es deutsch­landweit 68 Ernährungsräte (gegrün­det und in Grün­dung), die zusam­men eine poli­tis­che Bewe­gung bilden. Um aber auch auf Basis ein­er ein­heitlichen Vision mit ein­er Stimme sprechen zu kön­nen, braucht es eine gefes­tigte Struk­tur, wie einen Dachvere­in. Als Ergeb­nis des Aus­tausches hat sich eine kleine Arbeits­gruppe gebildet, die zeit­nah konkrete Ergeb­nisse liefern will. Dazu gehören neben dem Ver­fassen von Vere­inssatzung, Man­i­fest, Leit­bild und Vision auch ein Soft-Relaunch der Net­zw­erk-Web­seite, die als Plat­tform bess­er genutzt wer­den soll.

Im let­zten und vierten Break­out-Raum drehte sich alles um das The­ma Finanzierungsmöglichkeit­en für Ernährungsräte. Hier wurde deut­lich, dass die per­son­ellen und finanziellen Voraus­set­zun­gen bei den Ernährungsräten sehr unter­schiedlich sind und so auch die Möglichkeit­en Förder­anträge zu stellen nicht für alle gle­ich zugänglich. Ein Wun­sch aus der Runde war, dass auch zu diesem The­ma die Ver­net­zung zwis­chen den Ernährungsräten mehr genutzt wird.

Nach einem Zusam­men­tra­gen der Ergeb­nisse in der großen Runde, neigte sich der Abend langsam zum Ende. Alle Teil­nehmenden waren dankbar für den Aus­tausch und die inspiri­eren­den Beiträge und erwarten mit Freude das kom­mende Ver­net­zungstr­e­f­fen dieser Art. Jed­er Ernährungsrat oder Grün­dungsini­tia­tive, der/die ein näch­stes Tre­f­fen aus­richt­en möchte, sind willkommen!

Down­loads

Pro­tokoll des Vernetzungstreffens

Präsen­ta­tio­nen

Stern Kita Pro­jekt Köln

Gerechte und nach­haltige Außer-Haus-Ange­bote gestalten

Ver­net­zung der Ernährungsräte über kom­mu­nale Grenzen

Finanzierungsmöglichkeit­en für Ernährungsräte